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Das Glück der Unerreichbarkeit

Inzwischen habe ich nicht nur mein Telefon überall dabei, ich schleppe auch meinen Laptop stets mit mir mit … die Technik machts möglich – natürlich sehr schick im Kleinstformat in Form eines Blackberries. Eine Errungenschaft, die Segen und Fluch zugleich ist, wenn ich nicht lerne, eigenverantwortlich damit umzugehen.

Diese Erfahrung habe zumindest ich damit gemacht. Nachdem all meine letzten Urlaube begleitet wurden durch den raschen Blick auf neue Mails – natürlich nur, um auf dem laufenden zu bleiben und nach meiner Rückkehr nicht gegen 2 Meter E-Mail Posteingang anlesen zu müssen … – habe ich dieses Jahr den mutigen Schritt in die zeitweilige Unerreichbarkeit gewagt.

Verdanken tue ich diese neue Erfahrung meinem Coach, Birgit-Rita Reifferscheidt, die mich dermaßen gefordert hat, daß ich schließlich den Mut aufbringen konnte, meinen Blackberry nicht mit in den Urlaub zu nehmen – etwas was mir vor dieser Entscheidung unvorstellbar erschien.

Und so war auch der Moment, in dem ich mich mit der blossen Möglichkeit auseinander setzte, den Blackberry nicht im Urlaub zu nutzen wie das Eintauchen, in eine tosende, bedrohliche Flut.

Was da alles an unterschiedlichsten Befürchtungen auf mich zuraste … z.B. nicht gebraucht zu werden, etwas zu verpassen oder auch, daß man mir eine Form von Arbeitsverweigerung nachsagen könnte. Ich habe mich durch all diese Ängste, die wie einschüchternde Wellen auf mich zukamen, durchbewegt. Der letztendliche Entschluß, den Blackberry nicht im Urlaub zu nutzen, war wie eine Befreiung – und der Urlaub war herrlich erholsam und ganz ganz weit weg von all meinen beruflichen Themen.

Es hat mir gut getan, durch diese tosenden Wellen zu tauchen, denn jetzt habe ich eine neue Freiheit gefunden – ich wähle, wann ich den Blackberry nutze – und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Ich habe auch erfahren, wie sehr ich mich auf mein Team verlassen kann – es klappt wunderbar, auch wenn ich nicht da bin. Und so wird genau das, was ich früher befürchtet hätte, nämlich die Angst eventuell überflüssig sein zu können, heute zu einem Ergebnis meiner eigenen Leistung und ich kann es wertschätzen.

Ich merke – der Mut entsteht beim Gehen.

Und die Erwartung, daß meine Mitarbeiter in ihrem Urlaub per Blackberry erreichbar sein sollen, habe ich komplett losgelassen. Im Gegenteil – es ist mir ein Anliegen, daß jeder seinen Urlaub als Urlaub nutzt – bitte ohne Blackberry!


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