Eine Woche Sylt – wie hatte ich mich gefreut, endlich mal richtig abschalten, alles hinter mir lassen und den Kopf frei bekommen, um über das Jahr Resumée zu ziehen. So hatte ich mir das vorgestellt.
Klar – nur für Notfälle und für Erreichbarkeit in solchen, war der Blackberry dabei. Um es vorweg zu nehmen: Er hat mich fast 3 Tage meines kostbaren Urlaubs gekostet.
Die ersten Mails habe ich noch ignoriert und eisern entschieden, diese erst nach meiner Rückkehr im neuen Jahr zu öffnen. Dann jedoch kam die Bitte um Hilfe aus meinem Team und der Verweis auf einer der Mails, die ich vorsorglich eigentlich in diesem Jahr gar nicht mehr öffnen wollte. Als hätte ich es gewußt – meiner Intuition kann ich vertrauen, das habe ich zumindest im nachhinein gemerkt.
Um jetzt die erbetene Hilfestellung geben zu können, mußte ich diese Mail nun doch lesen – und zack – schon hing ich in den Fängen des wenn auch unsichtbar, so jedoch nachhaltig fühlbaren Pflicht-Monsters. Und plötzlich war alles da… der Ärger über den Ton des Absenders, die Sorge um den Inhalt, das Grübeln, wie eine Antwort aussehen könnte, das sich eingestehen, daß ich vom Urlaub aus und ohne Unterlagen momentan gar nichts ausrichten kann und dann mein altbekannter Schatten – das schlechte Gewissen.
Geärgert habe ich mich – am meisten über mich, daß ich mich wieder in den Sog des Blackberries und allen damit verbundenen Konsequenzen hab hineinziehen lassen. Den ganzen Tag verfolgten mich die Gedanken und mein schlechtes Gewissen, bis ich schließlich geantwortet habe, daß ich im Urlaub sei und das Thema erst im neuen Jahr besprochen wird. Auch im Büro habe ich mich daraufhin komplett abgemeldet – nicht mehr erreichbar – was sollen auch für Notfälle 2 Tage vor Weihnachten noch aufkommen.
Der Absender der Mail hat mit größter Wahrscheinlichkeit nur alles dran gesetzt, alle seinen offenen Dinge vor Weihnachten noch vom Tisch zu schieben, um dann selbst abschalten zu können. Und ic h mußte erstmal aufs Neue in die Falle tappen, nun selbst wieder voll drin zu hängen …
Und die Moral von der Geschicht – Blackberry und Urlaub verträgt sich NICHT!
Die Erkenntnis ist leicht – die Umsetzung jedoc h braucht eine ganz klare Konsequenz – auc h wenn es dabei für mich immer noch durch unbeliebte Gefühle wie ein schlechtes Gewissen oder Unsicherheit geht. Ein Ja zum Urlaub und zum Abschalten braucht ein Nein zum Blackberry. In diesem Sinne – üben, üben, üben